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Glossar: Leistungsverzeichnis, Aufmaß und Massenermittlung
Stand: 22. Oktober 2026 · Lesezeit etwa 4 Minuten
Dieses Glossar zum Leistungsverzeichnis erklärt die Begriffe, die bei Massenermittlung, Ausschreibung und Abrechnung im Innenausbau immer wieder vorkommen: kurz, in eigenen Worten und aus Sicht des planenden Büros. Normen werden nur allgemein genannt; maßgeblich ist immer die Fassung, die Ihr Vertrag vereinbart.
- Abrechnungsregeln
- Regeln, nach denen ausgeführte Leistungen gemessen und abgerechnet werden. Für Bauleistungen stehen sie je Gewerk in der VOB/C, jeweils im Abschnitt zur Abrechnung. Sie legen unter anderem fest, welche Maße gelten und welche Öffnungen abgezogen werden. Wer die LV-Menge nach derselben Logik ermittelt, vermeidet Abweichungen zwischen Ausschreibung und Rechnung.
- Abzugsregeln
- Teil der Abrechnungsregeln: Sie bestimmen, ob Öffnungen, Aussparungen und Unterbrechungen von einer Fläche abgezogen oder übermessen werden. Die Grenzen unterscheiden sich je Gewerk und stehen in der VOB/C.
- Aufmaß
- Das Messen der tatsächlich ausgeführten Leistung auf der Baustelle oder anhand der Ausführungspläne, als Grundlage der Abrechnung. Das Aufmaß kommt nach der Ausführung, die Massenermittlung für das LV davor.
- GAEB
- Austauschformat für Leistungsverzeichnisse im Bauwesen, benannt nach dem Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen. Mit GAEB-Dateien wandern Leistungsverzeichnisse zwischen Planer, AVA-Software und Bietern, je Phase in eigenen Dateiarten, etwa für die Angebotsaufforderung oder das Angebot.
- Installationswand
- Vorsatzschale oder freistehende Ständerwand, hinter der Leitungen und Sanitärelemente liegen. Die Unterkonstruktion mit Beplankung gehört zum Trockenbau, die Installation darin zur technischen Gebäudeausrüstung.
- Kostengruppe
- Gliederungsebene der DIN 276 für Baukosten. Die Kostengruppe 300 umfasst die Baukonstruktionen, die Kostengruppe 400 die technischen Anlagen. Kostengruppen ordnen nach Bauteilen, Leistungsverzeichnisse nach Gewerken.
- Laibung
- Die innere Fläche einer Wandöffnung, also die Seitenflächen und der Sturz bei Fenstern und Türen, auch Leibung geschrieben. Laibungen werden je nach Gewerk als eigene Position nach Länge oder Fläche ausgeschrieben, wenn sie verputzt, bekleidet oder gestrichen werden.
- Leistungsbereich
- Fachliche Einheit eines Leistungsverzeichnisses, meist einem Gewerk entsprechend, etwa Trockenbauarbeiten oder Malerarbeiten. Leistungsbereiche tragen oft eine dreistellige Nummer und bilden die Vergabeeinheiten.
- Leistungsphase
- Abschnitt des Leistungsbilds nach HOAI. Für Gebäude und Innenräume gibt es neun Leistungsphasen, von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung. Die Leistungsphase 6 ist die Vorbereitung der Vergabe mit den Leistungsverzeichnissen.
- Leistungsverzeichnis
- Die gegliederte Liste der auszuführenden Leistungen eines Gewerks, Position für Position mit Text, Menge und Einheit. Bieter setzen ihre Einheitspreise ein; nach dem Auftrag ist das LV Teil des Bauvertrags.
- Lücke
- Eine Angabe, die Plan oder Unterlagen offenlassen, etwa ein fehlender Deckentyp oder eine unbekannte Raumhöhe. Eine Lücke gehört sichtbar ins LV, mit Menge und Grund, damit sie vor der Vergabe geklärt wird. Als stille Null wird sie später zum Nachtrag.
- Massenermittlung
- Das Ermitteln der Mengen für die Positionen eines Leistungsverzeichnisses aus den Plänen, auch Mengenermittlung genannt. Nach HOAI gehört sie zur Grundleistung der Leistungsphase 6. Das Ergebnis ist ein Massenauszug oder Massenverzeichnis.
- Oder gleichwertig
- Zusatz zu einem genannten Leitfabrikat, der andere Produkte mit gleichen Eigenschaften zulässt. Damit die Gleichwertigkeit prüfbar ist, nennt die Position die maßgeblichen Eigenschaften, etwa Brandschutz, Schallschutz, Abmessungen und Eignung für Feuchträume.
- Planstand
- Die Fassung eines Plans, auf der Mengen beruhen, erkennbar an Index und Datum. Mengen ohne Planstand lassen sich nach einer Änderung nicht mehr zuordnen.
- Positionsstamm
- Die Sammlung bewährter Positionstexte und Vorbemerkungen eines Büros, aus der neue Leistungsverzeichnisse zusammengestellt werden. Ein gepflegter Stamm sorgt für einheitliche Texte über Projekte hinweg.
- Raumbuch
- Verzeichnis aller Räume mit Nummer, Name, Flächen, Höhen und den Oberflächen von Boden, Wänden und Decke. Im Innenausbau ist das Raumbuch die Brücke zwischen Plan und Leistungsverzeichnis.
- Rechenweg
- Die nachvollziehbare Herleitung einer Menge, etwa „W1 5,00 m + W2 8,00 m = 13,00 m × 3,20 m = 41,60 m²“. Ein Rechenweg bis zu Raum und Bauteil macht eine Menge prüfbar, ohne dass sie neu gemessen werden muss.
- Übermessen
- Eine Fläche wird gemessen, als wäre die Öffnung darin nicht vorhanden; die Öffnung wird also nicht abgezogen. Bis zu welcher Größe übermessen wird, regeln die Abrechnungsregeln je Gewerk.
- Vorbemerkungen
- Angaben am Anfang eines Leistungsverzeichnisses oder eines Abschnitts, die für alle Positionen gelten: Baustellenbedingungen, Messweise, Qualitäten, Planstand. Was in den Vorbemerkungen steht, muss nicht in jeder Position wiederholt werden.
- Vordersatz
- Die Menge einer Position im Leistungsverzeichnis, die vor Einheit und Einheitspreis steht. Der Vordersatz ist eine Planungsangabe; abgerechnet wird nach Aufmaß.
- Vorsatzschale
- Einseitig beplankte Trockenbaukonstruktion vor einer bestehenden Wand, etwa für Schallschutz, Installation oder eine ebene Oberfläche. Vorsatzschalen stehen in eigenen Positionen, getrennt von Trennwänden.
- Wandabwicklung
- Die Summe der Wandlängen, zum Beispiel je Wandtyp oder je Raum, als ob die Wände in einer Ebene ausgerollt wären. Multipliziert mit der maßgebenden Höhe ergibt sie die Wandfläche.
- Zulage
- Position für einen Mehraufwand zu einer Grundposition, etwa für eine Türöffnung in einer Ständerwand oder für einen Ausschnitt in einer Unterdecke. Zulagen werden meist nach Stück ausgeschrieben.
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Vom Begriff zur Menge, an Ihrem eigenen Plan.
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